Wohnaccessoires

Der Ursprung der Fabriklampen

Industrie- oder Fabriklampen stammen, wie der Name schon sagt, aus der Welt der Produktionshallen und Lager, wo noch mehr als im privaten Bereich der Wohnungen für gute Lichtverhältnisse gesorgt werden musste, um unfallfrei arbeiten zu können und einwandfreie Ergebnisse zu erzeugen. Für deren Aussehen spielten, anders als im Bereich der Wohnungsausstattung, Wünsche nach Ornamentik, Prestige oder Gemütlichkeit überhaupt keine Rolle. Daher sind Industrielampen auch schnörkellos und kantig designt und enthalten keine Schmuckelemente. Aber genau diese Geradlinigkeit hat ihnen heute eine Fan-Gemeinde eingebracht. 

Vom Gas zum Strom 
Im Rahmen der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Fabrikgebäude auf, die zwar mit übergroßen Glasfenstern zur Ausbeute des Tageslichts ausgestattet zu werden pflegten, doch reichte das nicht aus, um etwa im Winterhalbjahr mit den kurzen Tagen klarzukommen oder Nachtarbeit zu ermöglichen. Die Sozialgesetzgebung mit Regulierungen für Arbeitszeiten hinkte ja auch der Entwicklung im wirtschaftlichen Sektor hinterher. Es brauchte also künstliches Licht. Zuerst kamen gasbefeuerte Lampen auf, die sich in Form von Straßenlaternen länger hielten als in der Innenbeleuchtung, da von ihnen eine gewisse Brandgefahr, oder, bei Leckage in der Zuleitung, gar eine Explosionsgefahr ausging. Das Design der frühen Fabriklampen hat also seinen Ursprung in den gasbefeuerten Lampen. Eine andere Untergattung, die der Bunkerlampen, welche aus einer ovalen Wanne mit Lampe, einem auf diese Wanne aufgesetztem Glaskörper und darüber einem Metallgitter als Schlagschutz bestehen, haben ihren Ursprung im maritimen Bereich. Das Gitter zeigt, dass es dort besonders ruppig und gefährlich für das Lampenglas zuging. Als wenig später nach dem Einrichten von Gasleitungsnetzen in urbanen Gegenden die Elektrik weit genug entwickelt wurde, um gleichermaßen ein Leitungsnetz verlegt zu bekommen, ging man von den Gaslampen zu elektrischen Lampen über, die viel ungefährlicher waren. Sie waren auch technisch einfacher gebaut als Gaslampen mit Brenner, Gasregulierung sowie Abgasableitung in einem Gerät. 

Der Zweck bestimmt die Form 
Fabriklampen waren ausgelegt für ziemlich starke Glühbirnen, da sie als Deckenlampen große Bereiche auszuleuchten hatten. Nur Tischlampen, die es mit Scherenarm für die Wandbefestigung oder mit eigenem Standfuß gab, kommen mit geringer dimensionierten Leuchtmitteln aus. Die Form des Schirms, falls überhaupt vorhanden, bestimmte den auszuleuchtenden Bereich für jede Lampe. Ist der Schirm enger und tubenförmig, konzentriert sich der Lichtschein der Industrielampe auch nur auf einen verhältnismäßig kleinen Bereich darunter, dafür aber heller ausgeleuchtet durch die Reflektionen von der meist weiß emaillierten Innenwand. Darum erkennt man eine Industrielampe für einen großen Bereich daran, dass sie keinen Schirm oder wenigstens einen flachen besitzt, der die Birne oder deren Schutzglashaube von der Seite her sichtbar lässt. Solche Lampen wurden oft an Seilrollen aufgehängt, wodurch man sie in der Höhe verstellen oder zum Wechsel defekter Birnen herunterlassen konnte. Die Anzahl von Sonderformen der Industrielampen ist durch die vielen Gewerbe, die Sonderwünsche zu ihrer Wirkungsweise haben mochten, schier unübersichtlich. Einige Industriedesigns sind mit Namen berühmter Hersteller oder der Philosophie der minimalistischen, rein zweckmäßigen Bauhaus Schule verbunden.

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